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NS-Geschichte im Grenzland

Der Widerstandskämpfer Karl Otto Meyer, mein energiepolitischer Mitstreiter, ist gestorben - Flensborg Avis, 8.2.16 - SZ, 9.2.16
"Die Todesstrafe ist abgeschafft." Dieser Satz im Grundgesetz ist auch ein Verdienst von Wagner Friedrich Wilhelm Wagner - Richter des BVerfG 1961-67 -
SZ, Zeitgeschichte, 21.3.16

Flensburger Kameraden
Ironie der Geschichte: Flensburg wurde zur Fluchtburg von Nazigrößen.

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. Deutschland hatte D√§nemark √ľberfallen, und unsere d√§nischen Mitb√ľrger wurden eingezogen und sollten sich an Hitlers Kriegsf√ľhrung beteiligen. Ein Recht auf Kriegsdienstverweigerung aus Gewissens-gr√ľnden gab es damals nicht. Viele haben sich gef√ľgt. Aber einige haben sich dem verbrecherischen Krieg entzogen und haben desertiert, so auch der langj√§hrige Landtagsabgeordnete der d√§nischen Minderheit, Karl-Otto Meyer, der bis heute erkl√§rt, er habe sich nicht an dem Unrechtssystem beteiligen sondern f√ľr Demokratie k√§mpfen wollen.

Auf Desertion stand damals die Todesstrafe. Das System verfolgte die Deserteure ingrimmig; √ľber 20 000 Soldaten wurden im Laufe des 2. Weltkriegs auf deutscher Seite als Deserteure hingerichtet. Am l√§ngsten dauerte das in Flensburg an, wo noch nach der bedingungslosen Kapitulation Soldaten als Deserteure hingerichtet wurden, junge M√§nner, die einfach gemeint hatten, der Krieg sei zu Ende und sie k√∂nnten nach Hause.

Wer von den Deserteuren √ľberlebt hatte, galt in der Bundesrepublik noch √ľber 50 Jahre lang als Straft√§ter. Erst 2002 hob der Bundestag die Urteile der Milit√§rgerichte gegen Deserteure als Unrechtsurteile pauschal auf. Seitdem sind sie rehabilitiert, aber nicht in Flensburg. In den K√∂pfen vieler Zeitgenossen gelten sie immer noch als Verr√§ter, Feiglinge und Dr√ľckeberger. Mehr Text

Der folgende Bericht liegt mir sehr am Herzen. Die Mit- und Nachwelt muss erfahren, wie die Nazis im Deutsch-D√§nischen Grenzland w√ľteten. Es ist mir unverst√§ndlich, warum DER SPIEGEL die Nazi-Propaganda aufrecht erh√§lt, van der Lubbe habe den Reichstag angesteckt.

Heinrich Lienau, “Zwölf Jahre Nacht“.
Mein Weg durch das “tausendjährige Reich“, Flensburg 1949, Dokumentation

Heinrich Lienau war Dolmetscher in der politischen Abteilung des Konzentrations-Lagers Sachsenhausen-Oranienburg, mit der H√§ftlings-Nr. 15735. Er schreibt in seinem Vorwort, dass sich dieses Buch (262 Seiten) ‚Äěaus den kleinsten Anf√§ngen entwickelt‚Äú habe und ‚Äěohne besonderes Zutun gewachsen‚Äú sei. ‚ÄěAn einandergereite Aufzeichnungen, Notizen und Dokumente wurden zu einem Heft und unmerklich "ward ein handliches Buch daraus."

Als die ersten norwegischen Häftlinge als “Zugang“ in das Lager kamen, wurde Lienau als Dolmetscher in die politische Abteilung beordert und kam mit dem spanischen Dolmetscher Emil Byge zusammen.
Lienau schreibt: ‚Äěwir gewannen sehr schnell Vertrauen zueinander, und da wir bald erkannten, welch wichtige Fundgrube unsere neue Arbeitsst√§tte f√ľr alle Einblicke im Lagerbereich darstellte, wurde beschlossen, Tagebuch zu f√ľhren, obwohl uns bewusst war, dass jede aufgefundene Notiz uns beiden das Leben kosten konnte."

In dem Buch befindet sich eine detaillierte Schilderung √ľber die genauen Hintergr√ľnde des Reichstagsbrandes. Sie werden geschildert vom SA-Mann Ernst Kruse, der als einziger von zehn von G√∂ring gedungenen Brandstiftern in die Schweiz fliehen konnte, w√§hrend die anderen neun SA-Leute als gef√§hrliche Zeugen erschossen wurden.

Inhaltsverzeichnis
S. 1 - 57
S. 58 -107
S.108 -160
S.161 -192
S.193 - 265