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Mein Haus - mein Kraftwerk

Deutschland ist bislang mit Abstand der größte Markt für Haus-Stromspeicher. Auch Tesla, Daimler, BMW und BYD bieten Hausbatterien an. Derzeit läuft ein Pilotprojekt mit dem Netzbetreiber Tennet und 6000 Besitzern von Sonnen- Hausbatterien. Die Mitglieder dieser "Community" können ihren Strom untereinander tauschen - SZ, 13.7.2017


Volker Quaschning
Dezentrale Speicher fĂĽr die Energiewende
Volker Quaschning
Speicher fĂĽr die Energiewende


Die koreanische Regierung macht es richtig, kauft know-how in Deutschland ein und entwickelt das Stromnetz konsequent dezentral fĂĽr die Integration der Erneuerbaren Energien. GroĂźspeicher stabilisieren den Netzbetrieb - pv-magazine, 9.12.15

EE-Speicher-Diskussion - in Schleswig-Holstein und anderswo

Ulrich Jochimsen, Netzwerk Dezentrale EnergieNutzung e.V., Potsdam

1) Energie-Wendeminister Robert Habeck: Stromspeicher viel später …

► „Speicher sind eine Schlüsseltechnologie für eine intelligente Energiewendeinfrastruktur. Wir brauchen sie dann, wenn die Erneuerbaren Energien einen sehr hohen Anteil an der Stromversorgung stellen – voraussichtlich gegen Ende des kommenden Jahrzehnts“.

► „Die Studie zeigt aber, dass Speicher keine Antwort auf Netzengpässe und regionale Strom-überschüsse sind. So ärgerlich es ist, wenn Strom aus Wind und Sonne teilweise nicht eingespeist werden kann – um diesen überschüssigen Strom zu speichern, müssten sehr große und leistungs-intensive Speicher zum Einsatz kommen. Diese sind – gleich welche Technologie – noch weit von der Wirtschaftlichkeit entfernt“, sagte Robert Habeck. „Ein rascher Netzausbau ist sinnvoller und kostengünstiger. Wenn das jetzt geplante Leitungsnetz in Schleswig-Holstein Wirklichkeit ist, wird es faktisch keinen überschüssigen Strom aus Erneuerbaren Energien mehr geben. Deshalb treiben wir den Netzausbau weiter energisch voran.“

Diese offiziellen Verlautbarungen des Energiewendeministers von Schleswig-Holstein erfreut E.ON und den Ministerialdirigenten Dr.-Ing. Hartmut Euler. siehe â–ş Link


2) Deutsche Energie-Agentur (dena):
Kombination von EE-Anlagen mit Stromspeichern

► Die dena warnt die Energieversorgungswirtschaft vor der Eigenmächtigkeit ihrer „Kunden“ (Trend zur Selbstversorgung): „Insbesondere die Verfügbarkeit und der Umfang der Erschließung von verbraucherseitigen Maßnahmen (Demand Side Management) sind aus heutiger Sicht mit großen Unsicherheiten behaftet“ - PV Magazin, 14.10.14.

► Netzausbau in vollem Umfang unsicher: „Man tut so, so als würde das Stromnetz innerhalb Deutschlands optimal und planmäßig ausgebaut. Tatsächlich konnten bisher auf Grund des Widerstandes der Anwohner lediglich 416 km von 7.232 km gebaut werden“.

► „Stromspeicher sind von Bedeutung für die Marktintegration der Stromproduktion aus EE-Anlagen. Das aktuelle EEG-Marktprämienmodell schränkt eine breite Nutzung der Kreativitäts- und Wettbewerbspotenziale des Marktes durch EE-Anlagenbetreiber ein und ermöglicht lediglich eine geförderte Direktvermarktung unter Nutzung des Spotmarkthandels der Strombörse. Diese Vermarktungsoption führt aktuell dazu, dass der über den Spotmarkthandel vermarktete Strom aus EE-Anlagen seine wichtigste Qualitätseigenschaft, die CO2-Freiheit bzw. CO2-Neutralität, verliert und infolge nur als Graustrom vermarktet werden kann. Während „echter EE-Strom“ grundsätzlich die Option bietet, als hochwertiges Produkt eine Nachfrage nach Ökostrom zu generieren, geht diese Möglichkeit im Zuge der marktprämienbasierten Direktvermarktung von EE-Anlagen verloren.“ Siehe Initiative meines langjährigen Mitstreiters Dieter Schäfer, Murrhardt: Aktion Prosumer eG.

Die dena folgert: „Neben der dringenden Empfehlung, im Zuge der weiteren Förderung des EE-Ausbaus neue Optionen zu schaffen, die eine Vermarktung von Ökostrom ermöglichen, ist die Kombination von EE-Anlagen mit Stromspeichern eine Grundvoraussetzung, um eine Vermarktung strukturierter Ökostromprodukte und damit eine Marktdifferenzierung zu ermöglichen. Dieser Aspekt, dass Stromspeicher grundsätzlich die Marktintegration erneuerbarer Energien unterstützen können, wird in der aktuellen Energiespeicherdebatte erstaunlicherweise fast vollständig ausgeblendet.“. Speicherdebatte - dena, 7.10.14


3) Die Schweizerische Eidgenossenschaft (Bundesregierung) hat erkannt:

► … „Stromüberschüsse, die die Netze überlasten würden, zur Herstellung energiereicher Gase wie Wasserstoff oder Methan zu nutzen. So wäre die elektrische Energie in chemischer Energie zwischengespeichert. Die Gase kann man später bei Bedarf wieder in elektrischen Strom, Wärme oder Bewegungsenergie (in Gasmotoren) umsetzen. … Erneuerbare Energie, die nicht ins Stromnetz gelangt, ist eine verpasste Chance, … und teuer ist es in Europa auch noch. Die Netzbetreiber des Landes Schleswig-Holstein müssen jährlich rund 25 Millionen Euro an Entschädigungen zahlen, weil sie vor allem den an der Nordsee produzierten Windstrom zeitweise nicht ins überlastete Netz aufnehmen können. Gasförmige Energieträger können lange gelagert und weit transportiert werden. ... Neben der Versorgung von Haushalten, Gewerbe und Industrie ist auch eine Nutzung als Treibstoff möglich, zum Beispiel in Erdgasfahrzeugen oder in Brennstoffzellen-autos.“ Paul Scherrer Institut, Schweiz, 10.10.2014



Pumpspeicher Walchensee - fĂĽr die Energiewende keine Option -Text

Nachtspeicheröfen wieder salonfähig
Natürlich brauchen wir Speicher. Aber die Funktion eines Speichers besteht darin, Energie aufzunehmen und wieder abgeben zu können. Nachtspeicher dagegen setzen Strom lediglich in Wärme um, die wie bisher vor Ort verbraucht wird und nicht abberufen werden kann. Die sinnvolle Alternative 'Power to Gas' ist kein Thema - SZ, 13.2.2015